“... Ac Tibiis Imparibus Accomodata”

 
 

“… und passend für eine Aufführung auf Blockflöten” (Gombert, 1539)
Flämische Polyphonie von Obrecht bis Lassus       

Die neuen Perspektiven und Ideen der Aufklärung in der frühen Renaissance beeinflussten auch die Musikwelt. Der instrumentalen Musik wurde eine bedeutendere Rolle zugeteilt, obwohl diese bis zum 17. Jahrhundert in fast allen Aspekten abhängig war von der Vokalmusik. Die Entwicklung von homogenen Familien oder Consorts von Instrumenten, welche im Falle des Blockflötenconsorts genau genommen im 15. Jahrhundert begonnen hatte, erreichte seinen Höhepunkt gegen 1500 mit der Entwicklung des Gambenconsorts. Diese neuen Instrumente waren nicht nur unter professionellen Musikern mehr und mehr beliebt, sondern auch bei Amateuren, wobei die Blockflöte besonders geschätzt wurde für ihre offensichtliche Fähigkeit, die menschliche Stimme zu imitieren.

Die Entwicklung des Notendrucks machte die Musik auch jenen Gruppen von Musikern zugänglich, welche bisweilen von der Verfügbarkeit von Manuskripten abhängig waren. Gegen 1530 entstanden Sammlungen von Chansons, Motetten und anderen vokalen Genres mit Hinweisen auf den Titelblättern, dass vorliegende Werke auf Instrumenten gespielt werden konnten. In vielen Fällen führt eine Analyse der Musik zu der Folgerung, dass sie für Gamben und Blockflöten bestimmt war, die zwei beliebtesten Instrumente dieser Periode.

Alle Werke in diesem Programm stammen aus Quellen, welche ausdrücklich die Aufführung auf Instrumenten empfehlen; weiters wurde eine Wahl erstellt, welche die anhaltende Dominanz von flämischen Komponisten in Deutschland und Italien während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bezeugt. Diese beinhaltet vier-, fünf- und sechsstimmige Chansons, Motetten, Ricercare, Madrigale und Tänze von Komponisten wie: Josquin des Prez, Pierre de La Rue, Jacob Obrecht, Nicolas Gombert, Jacquet de Berchem, Thomas Crecquillon, Adrian Willaert, Cipriano de Rore, Jan Nasco and Orlandus Lassus.

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